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Orgel St. Jakob

Information zur Firma Eule

146jährige Orgelbauerfahrung in Bautzen:

Als HERMANN EULE (1846-1929) am 26. Januar 1872 sein Gewerbe als Orgelbauer in Bautzen anmeldete, lag eine mehrjährige Ausbildung bei Leopold Kohl in Bautzen hinter ihm. Wanderjahre führten ihn unter anderem zu Balthasar Schlimbach nach Würzburg, wo er die damals modernste Form der Windlade, die mechanische Kegellade, kennen lernte und fortan baute. Sein Grundprinzip größtmöglicher Solidität erwarb ihm bald einen guten Ruf in der Oberlausitz, später in ganz Sachsen und in Böhmen. Zahlreiche seiner Werke sind bis auf den heutigen Tag erhalten. Klanglich folgte Hermann Eule der Zeitströmung der Orgel-Hochromantik: sonore weitmensurierte Principale, wohlklingende Flöten und ausgeprägte Streicher bestimmen das Klangbild dieser Orgeln. Mit der Jahrhundertwende wandte er sich von der mechanischen Kegellade ab und baute seitdem die durch ihr Abstromprinzip sehr präzise funktionierende pneumatische Taschenlade. Nach diesem System entstanden die großen dreimanualigen spätromantischen Instrumente für den Bautzener Dom 1910 und die Markuskirche in Plauen 1913. Hermann Eules Lebenswerk umfasst 173 neue Orgeln.

 

Seine Tochter JOHANNA EULE (1877-1970) führte die Firma weiter. Die Einflüsse der neobarocken Orgelbewegung fanden auch in Bautzen frühzeitig Widerhall. So entstand hier 1936 die erste große neue Schleifladenorgel Sachsens für die Kreuzkirche in Chemnitz (III/39). In dieser Zeit begann auch die Restaurierungstätigkeit an bedeutenden historischen Orgeln, vor allem in Sachsen und Thüringen.

 

1957 übernahm HANS EULE (1923-1971) die Leitung des Betriebes. Mit hohem persönlichem Einsatz brachte er ihn zu neuer Blüte. Er schuf 134 neue Orgeln, darunter die größte in der DDR gebaute Kirchenorgel im Zwickauer Dom. Auch über die Grenzen hinaus erstreckte sich sein Wirken, nach Schweden, in die damalige Sowjetunion und die Bundesrepublik Deutschland.

 

Nach seinem frühen Tod führte seine Frau und ständige Mitarbeiterin INGEBORG EULE (1925-2017) das Unternehmen weiter. Auch während der Jahre der Enteignung von 1972-1990 leitete sie den "Volkseigenen Betrieb" weitsichtig und vorausschauend, so dass sie ihn im Sommer 1990 fast unbeschadet in das Familieneigentum zurückführen konnte.
Geschäftsführer war von 1987 bis 2005 Orgelbaumeister ARMIN ZUCKERRIEDEL. Von 1971 bis 2005 entstanden 231 neue Orgeln und 43 historische Instrumente wurden restauriert. Maßstäbe setzte 1974-76 die Restaurierung der großen barocken Trost-Orgel in der Schlosskapelle Altenburg unter der maßgeblichen Mitwirkung des langjährigen Chefrestaurators Helmut Werner.

 

Seit 2006 ging die Geschäftsleitung in jüngere Hände über. Geschäftsführerin wurden nun ANNE-CHRISTIN EULE, Enkelin von Ingeborg Eule, Orgelbauerin und Diplom-Betriebswirtin, sowie ab 2013 Orgelbaumeister Dirk Eule. Diplom-Ökonom und Orgelhistoriker JIÅ˜Í KOCOUREK hat seit 2008 die künstlerische Leitung inne, Orgelbaumeister CHRISTOPH KUMPE ist technischer Leiter, Chefintonateur ist GREGOR HIEKE, die Restaurierungen leitet Orgelbaumeister und Restaurator KONRAD DÄNHARDT.

 

Neubau und Restaurierung stehen im Eule Orgelbau gleichgewichtig zueinander, wobei die
Erkenntnisse aus der Beschäftigung mit historischen Orgeln befruchtend auf den Neubau einwirken. Die Klangpalette der neuen Eule-Orgeln inspiriert sich aus den interessanten Klangfarben vieler qualitätvoller historischer Orgeln, nicht um sie zu kopieren, sondern im Sinne einer schöpferischen Synthese in die neuen Eule-Orgeln als Bereicherung einzufügen.

 

Bedeutende Neubauten und Restaurierungen der letzten Jahre sind:

 

- 2002 Leipzig, Musikhochschule, Neubau im deutsch-romantischen Stil, III+P/60

- 2002 Tel Aviv/Israel, Samuel Rubin Academy of Music, Neubau III+P/39

- 2004 Merseburg, Dom, Restaurierung der Ladegast-Orgel von 1855, IV+P/81

- 2005 Magdeburg, Kathedrale St. Sebastian, Neubau III+P/56

- 2005 Leipzig, Nicolaikirche, Neuaufbau V+P/103 unter Verwendung von ca. 70 Ladegast-  Registern von 1862 und 9 W.-Sauer-Registern von 1903

- 2006 Duderstadt, Restaurierung und Rekonstruktion der Creutzburg-Orgel von 1735, III+P/43

- 2007 St. Petersburg/Russland, Kapella, Restaurierung und Neuaufbau der Walcker-Orgel von 1891, III+P/57

- 2009 Duisburg, Mercatorhalle, Neubau IV+P/72 im Stil der englischen Symphonik

- 2010 Salzburg, Mozarteum, Großer Saal, Neubau III+P/50

- 2011 Prag, Ev. Salvatorkirche, Neubau im mitteldeutschen Barockstil III+P/47

- 2011 Borgentreich, umfassende Restaurierung der großen Springladenorgel, III+P/45

- 2012-13 Bodo/Norwegen, Kathedrale, symphonische Doppelorgel IV+P/84

- 2013 Vaduz, Kathedrale, Rheinberger-Gedächtnis-Orgel im Stil von G. Fr. Steinemeyer 1874, III+P/42

- 2013 Aarhus/Dänemark, Musikhochschule, Orgel im Stil von E. Fr. Walcker, III/23

- 2014 Oslo-Sophienberg/Norwegen, Neubau im Stil von Friedrich Ladegast, III/44

- 2014 Trier, Konstantinbasilika, symphonische Großorgel, IV/87

- 2015 Naestved/Dänemark, Neubau im Stil von Friedrich Ladegast, II/39

- 2015 Gießen, St. Bonifatius, im Stil zwischen Ladegast und englischer Symphonik, III/44

- 2016 Xian/China, Konservatorium, Konzertorgel IV/63.

- 2017 Dresden, Kulturpalast, Konzertorgel IV/61.

 

Derzeit arbeitet die Werkstatt an neuen Orgeln für die Abteikirche Brauweiler und für Oldenburg i.H. und restauriert historische Orgeln im Bautzener Dom, in Reiste im Sauerland, St. Ignaz in Mainz und Bad Frankenhausen.

 

Mit 43 MitarbeiterInnen, die teils schon über 40 Jahre seit der Lehrausbildung die Treue gehalten haben, gehört die Orgelbauwerkstatt Eule zu einer der größten in Deutschland. Mit langjährig erfahrenen Spezialisten für Konstruktion, Intonation, Pfeifenbau, Zungenstimmen, Windladen-, Spieltisch- und Trakturbau, Gebläse und Gehäuse und nicht zuletzt hochqualifizierten Orgelrestauratoren kann die Bautzener Firma in allen Bereichen tätig sein, von der laufenden Instandhaltung über denkmalgerechte Restaurierung historischer Instrumente einschließlich pneumatischer und elektrischer Traktursysteme bis hin zu vielfältigen Orgelneubauten.

 

Die Faszination und Wirkung unserer Orgeln wird durch das Zusammenspiel von drei Faktoren erreicht:

- ihre äußere Gestalt, der Prospekt – das Sichtbare,

- ihre Technik – das Fühlbare (für den Organisten),

- ihr Klang – das Hörbare.

 

Die Orgel spricht somit unsere wichtigsten Sinne an – und sie wird von unseren wichtigsten Sinnen gemeinsam wahrgenommen. Das ermöglicht es uns, die Schönheit von Orgel und Orgelmusik so intensiv wahrzunehmen. Wie kein anderes Instrument ist eine gute Orgel eine Bereicherung für Liturgie und Konzert und eine Zierde für eine Kirche – Mozart hat sie als „Königin der Instrumente“ bezeichnet. Deshalb messen wir in unseren neuen Orgeln dem adäquaten Zusammenwirken von Prospekt, Technik und Klang in dem jeweiligen Raum besondere Bedeutung bei.


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