Anlässlich des Orgelneubaus für die Basilika St. Jakob, veranstaltete die Pfarrei St. Jakob eine Orgelfahrt nach Bautzen zur Firma Eule, die die neue Orgel bauen wird. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

 

Bericht über die Orgelfahrt nach Bautzen und Dresden im April 2019

48 Mitglieder der Pfarrei St. Jakob mit Expositur Sossau, des Orgelbaufördervereins St. Jakob sowie von Kirchenchor und Chor „Basilika in Motion“ unternahmen unter Leitung von Regionaldekan Msgr. Jakob Hofmann von Freitag bis Sonntag eine „Orgelfahrt“ nach Bautzen und Dresden.
Bei der Anreise wurde ein Zwischenstopp in Waldsassen eingelegt. Stadtpfarrer Thomas Vogl, der vor vielen Jahren selbst als Praktikant in St. Jakob wirkte, führte die Reisegruppe durch die frisch renovierte Basilika, die zu den bedeutendsten und prächtigsten Barockkirchen des süddeutschen Raums gehört. Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter, der als Kirchenmusiker ebenfalls früher an der Basilika St. Jakob in Straubing tätig war, erläuterte anschließend die Orgel mit 7.720 Pfeifen, gebaut von der Firma Georg Jann aus Allkofen. Dekanatskirchenmusikerin Annette Müller und Maria Loichinger durften selbst Stücke auf der großen Kirchenorgel spielen. Die Chormitglieder sangen unter Leitung von Frau Müller und an der Orgel begleitet von Franz Schnieringer „Look at the world“ von John Rutter sowie einen Gloria-Kanon.
Gegen Abend erreichten die Reisenden das Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz, eine aus einem Rittergut hervorgegangene Anlage des Bistums Dresden-Meißen, das heute als katholische Bildungs- und Tagungseinrichtung bzw. als Herberge genutzt wird.
Am Samstag stand eine mittägliche Andacht mit Gebeten und Orgelmusik in der barocken Dresdner Frauenkirche mit anschließender Kirchenführung auf dem Programm. Es blieb auch genug Zeit, um die Stadt an der Elbe mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust zu erkunden und einen Spaziergang entlang von Brühlscher Terrasse, Zwinger, Semperoper, Hofkirche und Residenz zu unternehmen. Einige Reiseteilnehmer stiegen auch auf die Kuppel der Frauenkirche und genossen den wunderbaren Blick über Dresden.
Am Nachmittag besuchte die Reisegruppe die Orgelbauwerkstatt Hermann Eule in Bautzen. Diese Firma baut bereits seit über 145 Jahren Orgeln und arbeitet seit etlichen Monaten an der neuen Orgel für die Basilika St. Jakob in Straubing. Der Chef der Firma, Dirk Eule, sowie Jiri Kocourek, künstlerischer Leiter, führten die interessierten Gäste drei Stunden lang durch alle Werkstattbereiche, die zum Bau einer Orgel erforderlich sind, u. a. Gießerei, Metall-/Holzpfeifen- und Windladenwerkstatt und erläuterten ausführlich und anschaulich alle Arbeitsschritte, die zum Bau der „Königin der Instrumente“ erforderlich sind.
In den Räumlichkeiten entdeckten die Straubinger viele Metall- und Holzpfeifen, die schon auf ihren Transport ab Juli zur Basilika St. Jakob warten. Auch der Spieltisch konnte bereits im „Skelett“ besichtigt werden.
Der erlebnisreiche Tag wurde mit einem hervorragenden Essen in einem sorbischen Restaurant in Bautzen abgerundet, wo die Reisegruppe von der Juniorchefin des Lokals in ihrer sorbischen Tracht mit Brot und Salz begrüßt wurde. Sie berichtete auch mit Begeisterung von den Sitten und Bräuchen der Sorben, eines Volksstamms, der heute noch etwa 5 - 10 % der Stadtbevölkerung Bautzens ausmacht.
Am Sonntag feierten die Reiseteilnehmer im Bautzener Dom St. Petri eine heilige Messe, bei der Regionaldekan Msgr. Jakob Hofmann und Kaplan Velangini Reddy Nagireddy konzelebrierten. Im Anschluss erklärte Dirk Eule den Straubingern, dass der Dom in Bautzen die erste Simultankirche Deutschlands war: Der Chorraum wird für den katholischen, das Langhaus für den evangelischen Gottesdienst verwendet.
Die Orgel aus dem Jahr 1910 im evangelischen Teil ist eines der größten Werke der Orgelbauwerkstatt Hermann Eule und durfte von Dekanatskirchenmusikerin Annette Müller und Franz Schnieringer ebenfalls ausprobiert werden. Zwei Lieder der Chormitglieder schlossen sich an.
Schließlich erhielt die Reisegruppe durch einen 85-jährigen Stadtführer noch eine interessante und kurzweilige Stadtführung in Bautzen. Dieser bedankte sich sogar bei seinen Zuhörern, dass sie mit dem „Soli“ so viel zum Wiederaufbau bzw. zur Renovierung der Stadt Bautzen beigetragen hatten. Zur Zeit der Wende wohnten nämlich im Stadtzentrum nur noch etwa 500 Menschen, mittlerweile sind es wieder über 5.000. Sämtliche Häuser und Straßen wurden vorbildlich saniert und restauriert. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz machten sich die Fahrtteilnehmer auf die Heimreise nach Straubing.
Nun freuen sich alle Mitreisenden schon auf die neue Eule-Orgel mit ihren 4 Manualen und insgesamt 98 klingenden Registern. Dies wird dann der Schlusspunkt der langjährigen Renovierung der Basilika St. Jakob in Straubing sein.

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